Gedanken, Gefühle, Wörter, Wortzyklen, Nichtgedichte, Betroffenheitslyrik,            Wahn/Un/Sinn & Dergleichen
/

 


Destillierte Langgedichte



- nur mal so dahin gedacht -


Juni zweitausend&vier&zwanzig


Manche meinen
Wemokratie & Dirtschaftssytem
könne man nicht
velwechsern.
Werch ein Illtum

(frei nach Ernst Jandel)



Wenn ich
mich
jetzt zurück lehne
& meine Augen pflege
könnte es sein
ich schlafe ein
Es gesehen
so geschehen
Aber ach
jetzt bin ich
wieder wach
& kann nicht mehr
schlafen
fahre auf dem weiten Meer
& finde keinen Hafen



Ich brauche Geld
denn so
ist die Welt
organisiert
Habe ich Geld
bin ich froh
auch wenn der Nächste verliert
denn ohne Geld
sind mir alle Wege verstellt
Ich hasse Geld
doch wenn der Kampfhund bellt
gebe ich kein bei
Ich bin nicht frei
aber bin so frei
mich aus dem Elend zu erheben
zwar mit schlechtem Gewissen
& dem Wissen
um meine Mitschuld
denn Egoismus hat Geduld
ja, aber eben
in einem abgesicherten Leben



Sehr gerne
betrachte
ich die Strassenlaterne
& achte
ihr Licht
Gerade jetzt ist die Zeit
respektive Dunkelheit
in der sie bescheiden & schlicht
Licht
verteilt
Wenn mein Blick darauf verweilt
ereilt
mich freudige Trauer
ein räudiger Gassenhauer
erklingt
unter der Laterne
Das Leben singt
trinkt & versinkt
im Laternenschein
um echt & intensiv zu sein
Ach Strassenlaterne
Alles ist Nähe & Ferne



Ach die armen Reichen
es ist zum Stein erweichen
müssen schrecklich leiden
weil die reichlich Armen
sie beneiden
zwar aus gutem Grund
denn arm zu sein ist schlicht
ungesund
in jeder Hinsicht
Doch die armen Reichen
wollen ihre Ruhe
haben Angst um ihre Truhe
voller Gold & Edelsteinen
die armen Reichen müssen weinen
sie wollen niemals teilen
Wir aber müssen uns erbarmen
& sie von ihrem Reichtum heilen
umverteilen
umverteilen
umverteilen



Diederich Dichter
dichtet
seit Jahrzehnten
denn der Name verpflichtet
fast täglich Nichtgedichte
Es müssen tausende sein
die wirft er in den Überseekoffer hinein
Diederich Dichter
sehnt sich nach so langer Zeit
nach ein wenig Aufmerksamkeit
für die erwähnten
Nichtgedichte
Es ist eine Schlichtgeschichte
Diederich Dichter
dichtet halt
leider ist er eine Nichtgestalt



Bei all dem
weltpolitischen Getöse
mache ich es mir bequem
döse
vor mich hin
löse
Kreuzwort-
rätsel & träume
mich weit fort
Das macht mehr Sinn
enthält mehr Vernunft
als das ich leide an der Zukunft
oder mich aufbäume
gegen Fatalismus
& sozial-emotionalen Stuss
Denn meine Botschaft
hat nicht genügend Kraft
etwas zu verändern
weder bei einzelnen Menschen
noch bei Religionen oder Ländern



#
Oh leck
ich bin so keck
#
modernes Versteck
#
wer kriegt den Scheck
#
für welchen asozialen Zweck
#
weil ich schlafende Hunde weck
#
& die Toten zum Leben erweck
#
mit Mäusen fängt man Speck
#
Ach geht mir bloß weg
#
mit diesem Dreck
oh leck
#




Einen heißen
schwarzen Tee
trinken
manche Tätigkeiten
winken
aus anderen Zeiten
& reißen
Fassaden & Masken nieder
manchmal tut das weh
aber im Endeffekt
wird das Leben dann wieder
von den Toten erweckt



Ich habe die sexuelle Lust
aus meinem Leben verbannt
denn sie hat Liebe verbrannt
Natürlich habe ich gewusst
dass sie wieder kommen würde
Gerade habe ich sie erkannt
beim Namen genannt
herein gebeten
& mit ihr auseinander gesetzt
Sie hat schon so viele Menschen verletzt
diese egozentrische Bürde
Dann habe ich sie dienstbeflissen
wieder heraus geschmissen
& dabei kräftig in den Arsch getreten



Du erzwingst einen Kuss
denn Dein Küssen ist ein Muss
dabei werden sie ausgesaugt
dann liegen sie ausgelaugt
auf dem Boden & werden
von Dir noch getreten
& gezwungen Dich anzubeten
Deine Egozentrik
ist für einige der Kick
in einem dekadenten Leben
Denen die haben, wird weiter gegeben
Für die Meisten aber bist Du die Hölle
auf Erden
sie leben von Deinem Gewölle
Gleichzeitig feiern die Meisten Dich noch
Du bist ein sexistisches
rassistisches
ausbeutendes
& unterdrückendes
Arschloch



Yes, yes, yes
ich bin ein guter Dichter
ganz ohne Stress
leuchten in mir Lichter
der Erleuchtung
mit diesem kreativem Schwung
& ohne jeden Leistungsdruck
habe ich ruck zuck
ganz nach Belieben
ein weiteres
Gedicht geschrieben
entbehrend alle Erwartungen
ist mir ein heiteres
Werk gelungen
Einzig eine Sache ist dumm
es gibt keinerlei Publikum
Ach scheiß doch drauf
das nehme ich in kauf
Hauptsache ich finde gut
was sonst keiner wahrnehmen tut



Mehrere Gnus
stehen mit einem Fuß
in einem Fluss
um von selbigen zu trinken
In diesem Gewässer
sind auch viele
Krokodile
die sich tarnen
Für die Gnus
wäre es besser
die Wassermassen
zu verlassen
Ich versuche sie durch winken
rechtzeitig zu warnen
Vielleicht ist dies der letzte Gruß
für eines der Gnus



Die Katze
obwohl sehr entspannt
zieht eine grimmige Fratze
denn sie ist mit dem Tiger verwandt



Ich habe
bereits gegessen
Danke für die Gabe
Wem auch immer?
Doch ich bin versessen
auf weiters Essen
& es wird immer
schlimmer
liegt das am psychischen Stress
dass ich weiter ess
obwohl ich satt bin
oder am modernen Lebenssinn
liegt es an der Einsamkeit
am brutalen Geist der Zeit
oder nur am Lenz?
Nein
es wird anders sein
Es liegt vermutlich eher
an der
Konsumgesellschaft
die Dekadenz
erschafft!



Riesige Ballen
aus Wolken ballen
sich über mir
ein Gewitter ist hier
Zuerst blitzt ein Blitz
dann höre ich Donnerknallen
& eine Stimme erschallen
Gott spricht mich an
kein Witz
Er sagt ich sei auserwählt
Anstatt melancholisch herum zu dösen
solle ich die Menschheit erlösen
& er bekräftigt
dass mein Einsatz zählt
die ganze Welt zu retten
Ich antworte in höflichem & netten
Ton
Nein danke, ich bin schon
beschäftigt



Obwohl
es mir schlecht geht
fühl ich mich wohl
in meinen vier
Wänden & mit mir
Falls ihr versteht
Eigentlich
leide ich
an Großen
& Kleinen
Kriegen
& am bloßen
Erscheinen
der Zukunft
Uneigentlich
aber geht es mir gut
& ich
habe Haltung & Mut
denn meine Vernunft
erlaubt mir den akuten Genuss
Ein individuelles Siegen
denn zu viel Enthaltung
verhindert kreative Gestaltung
Na gut
ich mache jetzt Schluss



Hallo Tod
Du schon wieder
begegnest mir ohne Not
singst
deine Lieder
teilst mit mir das Brot
& verschwindest dann
Doch irgendwann
kehrst Du zurück
& bringst
Trauer & Glück
Erlösung & Last
als bewährtes
Gast-
geschenk vorbei
Das schwere Leben
wird dabei
unbeschwertes Schweben



Nur wer bedingungslos
liebt
& vergibt
lässt mit Geduld
ab von Schuld
& ist in Seele & Geist
weit gereist
& grenzenlos



Auf ein Neues
ich bereu es
nicht
jedes Gedicht
egal wie schlecht
ist mir recht



Ach wenn doch die Morgenröte
meine Sorgen töte
dann böte
sie mir nicht nur einen schönen Blick
sondern linderte auch noch mein Geschick



Manche wollen
das nicht was sie sollen
Dann sagt man ihnen sie sollen
sich trollen
& schon wollen
sie was sie sollen



Ich sitze schon seit einer Stunde
im prallen Sonnenlicht
doch eine Sonnenbrandwunde
möchte ich eher nicht
Daher werde ich nun
aufstehen
& gehen
& meinen Körper in den Schatten tun
& dann werden wir sehen



Starke Junisonnenstrahlen
die mir von sich erzählen
Morgen sind Europawahlen
& ich weiß noch immer nicht - was wählen

Die Sonnenstrahlen braten
mein Gehirn wie doll
wollen mir aber nicht verraten
was ich wählen soll

Die Sonne macht mich schwitzen
das fühlt sich buckelig an
Wo soll ich mein Kreuz Hinritzen?
Ich weiß nicht, wer mir das sagen kann

ohne mich anzulügen
& mich zu betrügen




Während die Pflanzen
sprunghaft sprießen
& die Sonne mich bescheint
versuche ich im Geist zu tanzen
in der Seele frei zu sein
& mein Leben zu genießen
Doch irgendeine Macht verneint
mein unbeschwertes Sein




Mai zweitausend&vier&zwanzig

Ich schreibe
& schreibe & schreibe
& bleibe
doch nur
im allerkleinsten Kreise
meiner Natur
Auf diese Weise
entstehen
literaturkritisch gesehen
schlechte Gedichte
doch jede schlechte Geschichte
hat ihren Sinn
führt zu Etwas hin
& darum
ist es auch dumm
schreibe ich es hin


Es ist sehr
schwer
am Meer
zu stehen
& die Ber-
ge zu sehen
zumindest
wenn Du
keinen anderen Ort findest
als Deutschland
hier gibt es nur
Berge oder Strand


Morgen
werde
ich Kopfschmerzen haben
& es traben
Pferde
durch meinen Kopf
& meine Sorgen
werden nicht weniger geworden
sein
Ich dummer Tropf
Das schleichende Morden
meiner Kreativität
durch roten Wein
gerät
zum Zeitvertreib
& ich bleib
auf der Strecke
Was ich bloss damit bezwecke?


So
nun bin ich genug betrunken
tief genug in die Polster gesunken
& irgendwie froh
Ich könnte mich hinlegen
& in Träumen versinken
doch von wegen
ich will noch weiter trinken
Das ist ausgesprochen
dumm
was habe ich verbrochen
dass ich mich selbst bestrafe?
Ich bleibe stumm
In mir erklingt eine Harfe
die im Rotwein ertrinkt
Das Glas winkt
mir zu & möchte geleert
& verzehrt
werden
Ich werde mich erden
durch erbauliches Handeln
Welch gefühltes Verwandeln
der Überzeugungen
Es ist mir gelungen
mich selbst reinzulegen
& ungezwungen
der Unbeschwertheit wegen
die Zeit
mit Dummheit
tot zu schlagen
Was soll ich da noch sagen?


Den Mohnkuchen
gegessen oder verzehrt
den Rotwein
geschluckt
sonst nichts zu verbuchen
Das Resultat
kannste vergessen
alles verkehrt
Darf das sein?
Nein!


Wer spuckt
mir ins Essen
& guckt
so verfressen?
Du
& der Staat
stehen schon
parat
Es ist ein Hohn
Hedonismus
ist ein Muss
& der Abgrund
in den wir fallen
fallen & lallen
welch göttliches Schallen
Die Seele wund
gescheuert
Ich bin so voll
& doch so leer
Es ist so toll
& auch so schwer
Ich bin bescheuert
& weiß im geistigen Fieber
& mit geistigem Eiter
einfach nicht weiter
& mache lieber
mit dem Schreibfluss
Schluss


Das Sonnenlicht
verliert an Gewicht
es entschwindet gekonnt
am Horizont
& sofort
macht sich die Dunkelheit
an diesem Ort
hier ordentlich breit
Die Zeit
schreitet mit bedacht
voran
& dann
ist es Nacht
Nachts nehmen alle Sinne
Alles intensiver wahr
Diese mentalen Gewinne
sind unbestritten & klar
unbezahlbar


Meine Füsse sind kalt
mein Geist schläft schon fast
meine Seele sucht nach Halt
an einem zu dünnen Ast
Ich werde zerrissen
zwischen böse & gut
zwischen Gefühlen & Wissen
zwischen Liebe & Wut
Als emotionaler
Diplomat
gelte ich als banaler
oder gefährlicher Verrat
Kaum etwas hat Bestand
außer Auge um Auge, Zahn um Zahn
Mitgefühl & Herzverstand
gelten als Größenwahn
Ich will das Frieren
Fallen & verdrängen
unbedingt verlieren
& mich an gute Hoffnungen hängen
Doch die Hoffnungen liegen im Sterben
nachdem die Argumente sie trafen
die Nächstenliebe zerschellt in Scherben
Ich möchte alle Kriege verschlafen


Ich sage Danke
& ich weiß auch wem
vielleicht ist es naiv
vielleicht nur bequem
oder aber sinnvoll
Der Gedanke
ist derart toll
wirkt emotional so tief
dass es mich
zum Frieden führt
& Dich
zur Göttin kürt


Schneeflocken
dominieren
sich langsam bewegend
die Nacht
hocken
sich auf die Gegend
& verzieren
das nahe Umfeld
der Umwelt
stetiges Fallen
Wie sagt man doch gleich?
Wir sind reich
an Kristallen
der weißen Pracht


Eigentlich
möchte ich
nicht hassen
aber ich
kann es nicht lassen
Manches Getue
raubt mir die innere Ruhe
dann werde ich
laut
Was
weitere Wut aufbaut
& dann kommt der Hass
So widersprüchlich
ist das Leben
anderen Ratschläge geben
& selber gaffen
anstatt Platz zu schaffen


Der Raum
in dem ich abends oft sitze
ist ein echter Traum
wirklich spitze
Ich richtete ihn
mit Kunstwerken ein
um gerne darinnen zu sein
& Inspiration heraus zu ziehn
Beides ist geglückt
Mein Horizont wird erweitert
& bin ich mal bedrückt
werde ich von ihm aufgeheitert


Wenn sich Buchfinken
ständig verlinken
Energiedrings trinken
in einem Game versinken
wie Erfinder
blinken
& wie Nerze stinken
Wen wunderts?
Es sind Kinder
des Ein&zwanzigsten Jahrhunderts



April zweitausend&vier&zwanzig

Jede gerade oder schiefe
Perspektive
ist richtig
& deren Erlebnis
wichtig
Das Ergebnis:
Jedes Mal eine neue Welt
die gleichzeitig entsteht & zerfällt
Wir Menschenwesen
müssen, um zu genesen
uns bequemen
immer neue Perspektiven einzunehmen



Ein Bild
ob zahm oder wild
ob schwarz, weiß oder bunt
ob Sicherheit oder Abgrund
ob klein oder groß
banal oder grandios
ob Berg oder Strand
Wüste oder Fluss
alles irrelevant
Es muss
mit mir kommunizieren
& die Dinglichkeit verlieren
Wenn es das tut
ist es gut



Plakativer Populismus
& naiver Stuss
Aber eben auch
ein Mittel für den Hausgebrauch
Liebe Regierenden bitte geben
Sie an jede Wohnung, jedes Haus
diese Medikamente aus
dann können Alle
im extremen Falle
sich selber das Leben
nehmen
Selbstbestimmt sterben
dafür braucht sich niemand zu schämen
Wenn sich der Hass erst entlädt
ist es zu spät
Eine schnelle Option tut dann Not
Ich möchte hier werben
für das Recht auf gewaltfreien Tod



Schon wieder
rüsten sie auf
singen patriotische Lieder
Kriegsrhetorik zu Hauf
Hoch die Waffen
Die Feinde nieder
Fakten schaffen
Im Namen der Freiheit
die Freiheit zerstören
& die Hölle auf Erden beschwören
Kompromisse ausschließen
stattdessen Öl ins Feuer gießen
Welch törichte Zeit
Für ihren potentiellen Sieg
nehmen sie den Atomkrieg
in Kauf
Lauf
Menschheit
lauf



Leben:
Entscheidungen fällen
An- & Entspannung
in gleich starken Wellen
Das Denken immer wieder wandeln
selbstbewusst Handeln
dran bleiben
& weiter machen
z.B. lesen & schreiben
Gleichberechtigt nehmen & geben
weinen & lachen



Die Sonne flicht
Stränge aus Licht
& schickt sie
wie
Briefe
durch die Wolkenlücken
in die Tiefe
uns zu wärmen & zu beglücken
mit dieser hellen Flut
Wäre es nicht gut
& an der Zeit
für etwas mehr Demut
& Dankbarkeit?



Die Doppelmoral
ist eine ethische Qual
& ein politischer Offenbarungseid
Es ist jetzt an der Zeit
Gerechtigkeit
& Menschenrechte
nicht nur von Anderen zu erwarten
sondern sofort & konsequent
mit der Selbstanalyse zu starten
Nur wer die eigenen Fehler kennt
erkennt
die Möglichkeiten
die im Gegenüber stecken
Den Horizont ausweiten
& sich nach Utopien ausstrecken



Die Sonne versinkt
langsam am Horizont
sie klinkt
sich gekonnt
aus dem Breitengrad heraus
Es sieht schon nach Abend aus



Ich schwebe
durch den Raum
ein Wachtraum
in dem ich lebe
Wirklichkeit geschehen lassen
frei & ungebunden
diese Gefühle erfassen
für schwere Stunden
Wir können so viel mehr
als wir uns zutrauen
wenn wir auf unser Gewissen bauen
Zuerst auf uns selber sehen
dann auf das weite Meer
um dann neue Wege zu gehen



Ich wünschte es würde reichen
die Welt neu anzustreichen
Doch ich weiß
alles Neue hat einen Preis
Wir müssen, fällt es auch schwer
die Welt vorher
schmirgeln, vorbereiten
& bleichen
& uns um die Farbgebung streiten
denn manche Farben
schlagen bei manchen Narben
Was diesem gefällt
ist dieser vergällt
Vielleicht
reicht
es die Debatte zu befeuern
um irgendwann die Welt zu erneuern




März zweitausend&vier&zwanzig


Wieder schleicht
die Müdigkeit
durch meine Stirn
in meinen Kopf
entert das Gehirn
& raubt mir Lebenszeit


Es reicht
ich ziehe mich am Schopf
aus dem Tief
der Bewusstlosigkeit
& schon bin ich
augenblicklich
einsatzbereit
& kreativ



Es gibt so viel
zu sagen
Das Ziel
ist - Meinung wagen
Aber zuerst informieren
& nachdenken
& dann sagen
was gefällt
& der Welt
das Artikulieren
schenken



Ich traf diese Frau
am Bahnhofsvorplatz
Nun ja, sie war blau
sie sprach mich an
& sagte ihren Satz
Hastemanbisschenkleingeld
Hatte ich & dann
erzählte sie von ihrer Welt
Sehr betrunken
redete sie, versunken
in ihr Leid
von Ungerechtigkeit
Ich konnte sie verstehen
& die systemische Gewalt
Ich würde bald
wieder weiter gehen
& sie bliebe zurück
mit ihrem Unglück
Ich möchte wetten
die ist nicht mehr zu retten
Das ist total fatal
& extrem brutal
doch was soll ich machen
Geld geben & mit ihr lachen
oder weinen?
Maria lass die Sonne scheinen
Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes
& die Sucht dieses Weibes



Draußen lacht
ein Grünspecht
immer wieder
Warum er Krach macht?
Erschließt sich mir nicht
Vielleicht singt er Lieder
als Balzgesang
Eigenwilliger Klang
Wenn es irgendwem was gibt
Jedes & jedem Wesen
so wie’s ihm beliebt



Gerne würde ich reisen
mit dem Zug
In Bahnhöfen speisen
auf Bahnsteigen stehen
durch Fenster die Welt besehen
Zugreisen
sind zu teuer
aber Abenteuer
& Gedankenflug
Na ja, in ein paar Jahren
wenn ich wieder frei bin
geb ich mich hin
dem Zugfahren
& der Umwelt
vorausgesetzt ich hab genug Geld



Mein spinniges
Verhalten
& Verwalten
des Nichtwebens
meines Lebens
ist unsinniges
Getue
im Namen der inneren Ruhe
& kaum auszuhalten



Ich bin so alt noch nicht
aber ich schreibe jedes Gedicht
als eine Art selbstgewählte Pflicht
mit der Hand auf Papier
das lobe ich mir
Ein Ergebnis steht hier
Später geht auch Abtippen
& in die digitale Welt abkippen



Dieser Fisch
lebt schlangenähnlich
in nassen Gefilden
Er bereitet den Tisch
an dem sich alle bilden
ist sehr konsequent
bei dem, was er benennt
& was er tut
ist gut
Alle Lebewesen
sollen genesen
Was er für sich einfordert
wird auch für alle Anderen geordert
Sein Leben ist ein Portal
zur Verteilungsgesellschaft
dafür bringt er sich ein, mit aller Kraft
Ihr Name ist Mo(o)ra(a)l



Schon weit
nach zehn
Es ist Zeit
in die Falle zu gehn
was bedeutet
in die Falle zu fallen
Die Schlafglocke läutet
in meinem Unterbewusstsein
Schlaflieder erschallen
in meiner Seele
ich wähle
Schlaf Anne, schlaf nur ein
& weil die Töne mich
zärtlich
trafen
bin ich
auch schon Einge



Man möge mir verzeihen
denn es ist überheblich
& arrogant
& in Form & Inhalt vergeblich
Aber politisch wichtig
& moralisch richtig
Ich will mich nicht einreihen
bei den Richtern & Lenkern
in diesem Land
sondern bei den Dichtern & Denkern
mit Herz & Verstand


Mein Blickfeld
ist die ganze Welt
jedenfalls akut
Von oben fällt ein Regenschleier
durch diese sanfte Flut
fliegt elegant ein Reiher
Alles sieht so schlierig aus
Straße, Himmel, Autos, Haus
irgendwie verschwommen
Ich hab gemütlich Platz genommen
trinke heißen Tee
während ich aus dem Fenster seh
Ich will ewig warm & trocken
hier hocken



Falls ihr mich fragt
Ich finde
es gelinde
gesagt
gewagt
wenn irgendsoein Heißsporn
Linde
sagt
zu diesem Weißdorn



Sollte ich feststellen:
Da fliegt eine Lerche
im hellen
Sonnenlicht
dann ist dies durchaus der Freude wert
Wenn ich aber sage:
Da fliegt eine Lärche
im hellen
Sonnenlicht
dann stimmt was nicht
etwas  läuft verkehrt
E oder Ä ist hier die Frage



Ein Gedicht
kann klein
& schlicht
oder groß & opulent
sein
wichtig ist das nicht
entscheidend ist
dass es sich in Geist
Seele & Hirn frisst
& festbeißt
Glücklich ist
wer das erkennt



Ich will es wagen
einen Vers zu sagen
bin sozusagen
ein Wager
& Verssager



Ich erhebe meine
Stimme
gegen Verklärung
alles Gemeine
& Schlechte
für die allgemeine
Erklärung
der Menschenrechte



Mit Poesie
Mitgefühl, Ironie
& Humor
gehen wir gegen
Menschenverachtung vor



Wenn es Nichts
zu sagen gibt
& aber auch Alles
sage ich lieber Nichts
denn im Falle
Deines Falles
ist Alles Nichts
& Nichts ist Alles



Sehr adrett
sitzt ein Skelett
in seinem Bett
macht es sich nett
& liest
ein Buch
über ein Biest
& dessen Fluch
- Das Leben
& sein Vergehen -
Es scheint Dinge zu geben
die sind nicht zu verstehen
z.B. das Schweben
& das Untergehen



Ich glaube wir
müssen die Toten
ansprechen
sie sind die Boten
der Vergangenheit
& hatten Zeit
los zu lassen
um im Jetzt & Hier
die Schalen der Seele aufzubrechen
all die Qualen, das Hassen
& das narzisstische Handeln
können sie vielleicht in Liebe verwandeln
Lasst uns die Toten befragen
& machen was sie uns sagen



Die Poesie hat viele Gesichter
eines ist jenes von Diederich Dichter



Ja, ja, das Wochenende
auch schon wieder rum
zu dumm
Es kommt die Wende
hin
zum Wochenbeginn
Was soll ich sagen?
Jammern & klagen
oder mich bequemen
es einfach hin zu nehmen
Denn der Lauf des Lebens
ist so sinnvoll wie vergebens



Hier ist noch etwas Platz
für einen kurzen Satz
Es ist auch noch Platz
für diesen zweiten Satz
Ich kann sogar mit diesem Dritten
Satz eins & zwei
weil Einheitsbrei
noch etwas kitten



Jeder Versuch
ein gutes, wichtiges
& richtiges
Anliegen
mit Militanz
zu erzwingen
ist ein Fluch
verliert seinen Glanz
wird sich selbst besiegen
& das Gegenteil bringen



Da ist kein Durchdringen
weder mit Argumenten
Fakten
oder Zahlen
noch mit reden oder singen
Die beknackten
Agenten
von Ehre & Blut
prahlen
mit Stolz & Wut
& Hass
das ist kein Spass
eher
ein nationalistisches Spiel
mit tödlichem Ziel
& noch mehr
systematisches manipulieren
Selektieren
& brutales erzwingen
Da ist kein Durchdringen



Ach ja genau
der Tod
es ist schlau
sich ohne Not
damit zu befassen
& zwar ohne zu hassen
den Gedanken zulassen
das der Tod
uns Alle zu fassen
kriegt
& auf seine Art besiegt



Liebe LeserInnen
ich will so beginnen:
Um dem Reim zu genügen
muss ich lügen
Wahrscheinlich
ist der Barsch
ein kleinlich-
er Arsch
denn er ist bekannt
als Denunziant



Zwei meiner Zähne
tun mir beim Kauen
durch Schmerzen
das Essen versauen
Ich erwähne:
Es
liegt nicht an Karies
nicht am Herzen
oder an der Seele
oder das ich Schmerzen erwähle
Eine Wurzel- & Zahnfleischentzündung
ist die Begründung



Februar zweitausend&vier&zwanzig

Ich habe mich
unter
der Decke verkrochen
& versuche runter
zu kommen
& zu ruhn
aber ich muss noch kochen
& Anderes tun
Also sitze ich
hin & her gerissen
mache weder das Andere noch das Eine
fühle mich beschissen
& weine


Wenn mein Gewissen
verbissen
auf meiner Lust rumhackt
& mein Kinn
ohne Sinn
auf meine Brust herab sackt
dann wisse:
Dies sind zwei Ereignisse
die nur poetisch gesehen
im Zusammenhang stehen


Sie stehen mit Gläsern voll Bier
in der Hand
gespielt galant
hier
am Bratwurststand
& bestellen
während sie sexistische Witze bellen
eine nach der andern Wurst
Denn sie trinken
zig
Biere
gegen den Durst
& das macht hungrig
& essen wie auf jedem Fest
gegrillte, kleingehackte
tote Tiere
in Ihre
eigenen Gedärme gepresst
gegen das Hohle
Gefühl in Hirn & Magen
Was soll ich da sagen?
Zum Wohle


Was soll ich machen
was soll ich sagen
soll ich lachen
oder klagen
Was soll ich tun
was soll ich fragen
soll ich ruhn
oder mich schlagen
Was soll ich denken
was soll ich glauben
soll ich verschenken
oder rauben?

Ich möchte sagen:
Einfach machen
& es wagen
mit Würde zu lachen
Wer über sich selber lacht
& über jegliche Macht
hat ohne Frage
eine gute Lebensgrundlage


Ach wie schöne
Töne
erklingen
beim singen
meiner Gedichte
doch die potentiellen Ohren
sind zugefroren
Welch traurige Geschichte
im schaurigen Lichte
Denn es ist beschissen
dass das keiner wissen
will
Ja
ja
ich bin ja
schon still


Das Gezappel
der Blätter
der Zitterpappel
in windigem Wetter
ist ein netter
Augen- & Ohrengenuss
ein Choreografie
& ein Klingen
wie
göttliches Singen
Wie ein Fluss
nach dem Regen
unbändiges Bewegen


Wenn die Reichen
sich mit Eichen
vergleichen
läuft etwas schief
denn tief
ist die Diskrepanz
Denn der Eichenglanz
& der Reichen Eiertanz
haben nichts gemein
Ich will lieber eine Eiche sein
als ein reiches Schwein


Ein schlangenähnlicher Fisch
mit besonderen Ohren
& irgendwie auf den Mund gekommen
riecht nicht immer frisch
aus seinen Öffnungen & Poren
ist noch nie geschwommen
Wasser, nicht zu viel
nicht zu wenig ist das Ziel
Beides wäre fatal
Es ist der O(h)raal


Ich glaube das wird heute Nichts
mit dem Anfang des Gedichts
Auch für die Mitte
erbitte
ich einen freien Tag
& auch wenn ich das Ende mag
heute wird’s kein Ende geben
Trotzdem heißt es weiter leben
Stattdessen
will ich lieber etwas essen
Vielleicht ein Brot mit Schinken
& dazu reichlich Rotwein trinken
Manchmal heißt, vom Nichtdichten
zu berichten
genau genommen - Dichten


Jeder banale
fatale
kranke
oder schlanke
Gedanke
kann geniale
soziale
gesunde
oder profunde
Schriften
stiften


Schriebe
ich über die Liebe
oder müsste
ich über die Lüste
schreiben
wüsste
ich nichts zu schreiben
Drum lass ich es bleiben


Draußen liegt
Schnee
über dem See
fliegt
ein Adler
daher
Welch majestätisches Schweben
Zugegeben
Adler & See habe ich eben
unumwunden
erfunden


Ich
muss dringend
aufs Klo
froh
bin ich
darüber nicht
denn
wenn
ich
mich
zwingend
zur Pflicht
aufstehe
& gehe
gehe
ich
durch kalte Luft
So
zurück
in meiner Gruft
das Glück
der Wärme spüren
& mich
zum Schlafen verführen


Ein kleines Schlückchen
für ein Stückchen
Glück
sofort
an Ort
& Stelle
eingetroffen
schwindet die Schwere
& bindet die Leere
zu einer Welle
der Harmonie
gegen alle Gefahren
Irgendwie
leicht besoffen
lebt es sich unbeSchwerter
zu Pflugscharen




Januar zweitausend&vier&zwanzig

Dem Braunbär
fällt es sehr
schwer
das Braun zu akzeptieren
er
würde
lieber
seine Farbe variieren
& lebte gerne ohne diese Bürde


Der Wermuthahn
tut sich mehrfach
täglich Wehrmuth an
dann legt er sich sehr flach
auf den Boden hin
& denkt nach
über des Lebens Sinn


Keine
Kampfkunst, keine
Meditation
sondern eine
Wolfsart
ähnlich dem Wolf schon
aber kleiner
& feiner
& ziemlich apart
mit sympathischer Note
Das ist der Coyote


Ich
sitze wie ausgeschaltet
als wenn eine KI mein Leben verwaltet
im Kalten
um maulaffenfeil zu halten
& darauf zu spekulieren
die Lethargie zu verlieren


Ich
frage mich
weshalb, warum, wieso?
bin ich
weder zufrieden noch froh
In diesem Zustand macht es Sinn
ich
lege mich
einfach hin
& versuche mich
in meinen Träumen
gegen mein Phlegma aufzubäumen


Die Bekassienen
machen lustige Minen
zum Liebesspiel
Ihr Ziel
ist es, nach dem Tanzen
sich fort zu pflanzen


Da, der Hase
hat eine andere Nase
auch das putzige Gesicht
passt zum Hasen nicht
& die zu kleinen Ohren
haben beim Hasen nichts verloren
Dieser ist auch ziemlich klein
dass muss ein
Kaninchen sein


Nachts schallt
aus dem Schilfwald
das Quieken eines
Schweines
Aber es ist keines
Das Rufen hallt
weit über das Seewasser
doch wer
ist der
Verfasser?
Die Antwort ist recht schwer
Es ist der
Rothalstaucher
Mit dem Haubentaucher
verwandt
aber
weniger
bekannt


Ein Steinbock
steht auf einem „rock“
Hoch oben
in den Berggauben
sieht man ihn toben
& rocken
Das dieser „Brocken“
sich so gut hält
& nicht herunter fällt
ist kaum zu glauben


Das Minenspiel
des Tril
verrät nicht viel
über dessen aktuelle Lage
Es zeigt Antwort & Frage
Freude & Klage
Hey
der sieht ja aus wie Bill Murray
Doch seine
großen Augen funkeln
auch im Dunkeln
wie Bernsteine


Die Brillengrasmücke
kann allein durch ihren Willen
Glas in Stücke
springen
lassen
Ihr singen
ist wie
es bei Oskar
war
derart hell
& grell
Es ist nicht zu fassen
gerade hat sie
so gesungen
mir sind die Brillen-
gläser
in Stücke
gesprungen


Die Gebirgswildnis
der Saharawüste
is
für die Elefantenspitzmaus
Hauptwohnsitz
& Zuhaus
Ihre Büste
sieht aus
wie ein kleiner Elefant
drum wird sie so genannt


Die Minidrachen
machen
all die Sachen
welche Drachen
eben so machen
Nur Feuerspeien nicht
das übernimmt das Wüstensonnenlicht


Manche sind Prolopen
andere wegen
deren Lebensziel
dagegen
Zum Beispiel
Die Antilopen


Leider trennten
sich die Eiderenten
von den anderen Tieren
weil diese deren  blöden
& öden
Eid verpennten
Sie gründeten in einer Gegend
einen Eiderentenstaat
hirnlose Gesetze festlegend
Diese elitäre & tödliche Saat
sollte die Tierwelt verwandeln
in die vermeintlich Bösen & Guten
Doch Alle verlieren & bluten
durch dieses egozentrische Handeln


Etliche Muscheln
tuscheln
& nuscheln
ungezwungen
Beleidigungen
gegen Alle
& in jedem Falle
Sie verschonen
nur Ihresgleichen
& die Reichen
welche sie unterstützen
& denen sie nützen
Sie sind verdächtig
mächtig
unecht
& selbstgerecht
mit ihren fatalen
verbalen
Aggressionen
die keinen verschonen
Wirklich fies
diese Mies
Muscheln


Die Wildkatze
tatzt
gern mild mit der Tatze
& kratzt
mich an Kinn
& Rücken
mich zu beglücken
Dem geb ich mich hin


Ein Eichhörnchen
weil reich an Körnchen
kann sich galant
entfalten
& ohne Sorgen
um den nächsten Morgen
entspannt
Winterruhe halten


Ein
Wildschwein
kann auch mild sein
aber in Rage
ist diese Bagage
für wahr
eine Gefahr
für Leib & Leben
drum Obacht geben


Das der Habicht
keinem Menschen ein Haar bricht
ist schlicht
& ungefähr
ein Mähr
Denn
wenn
er
seinen Horst bewacht
Habt Acht


Ein Reh
steht im Schnee
in des Garten Mitte
sagt nicht danke oder bitte
sondern frisst
wobei es zu fliehen vergisst
ohne jede Scheu
unser Efeu


Ach wie niedlich
& auf ihre Art auch friedlich
diese fünf jungen Füchse
Kindliches Gebell
& das Fell
braun-rot
Doch dann
kommt der Mann
mit der Büchse
& weil er es kann
schießt er sie tot


Die Schwanz
Meise
ist ganz
leise
wenn sie brütet
weil sie so ihr Nest behütet


Der Schneeleopard
ist stark & dicht behaart
So kann er in kalten Klimazonen
ohne zu frieren prima wohnen
Doch er muss sich immer wieder schonen
denn im tiefen Schnee zu jagen
ohne zu verzagen
ist ohne Fragen
extrem
unbequem


Jedes Lebewesen
muss versuchen
ohne zu jammern & zu fluchen
das eigne Leben zu wagen
& an sich selbst genesen


Mit wehmütigen Eifer
& melancholischem Klang
pfeift der Goldregenpfeiffer
seinen Gesang
wie einen Segen
gegen
Kälte & Regen
mit voller Kraft
in die Landschaft
womit er die
Melodie
der Tundra erschafft


Dreizehn
Dreizehenmöven
gehen
in der Luft spazieren
ohne an Höhe zu verlieren
Weil sie im Aufwind
sind
Fünfzehn
Fünfzehenlöwen
können zwar gehen
aber sie leben
ohne zu schweben


Gernraucher
sind wie Sterntaucher
komische Vögel &
aufgrund
ihrer Persönlichkeit
leben die einen bunt
die anderen ungesund
& sind Vertreter von Raum & Zeit
Diese liebenswerten
Gefährten
sind wie wir Alle nur
Teil der Natur
& oder Kultur


Es fliegt
die Spornammmer
hin zu einer Kornkammer
& trinkt einen Korn
doch einer ist keiner
also nochmal von vorn
immer & immer wieder
Erst singt sie Lieder
dann sinkt sie nieder
& kriegt
nach dem Filmriss
später dann als Marter
Dünnschiss
& einen entsetzlichen Kater


Um fast
drei&zwanzig Uhr
trinke ich nur
noch ein
Glas Rotwein
pur
& die Last
des Tages fällt wie ein
Stein
in meine Seele hinein
so erhält meine Seele
weshalb ich Rotwein wähle
& auf ihn zähle
genügend Gewicht
für ein Gedicht


Je nasser
das Wasser
in einem Gewässer
umso besser
fühlt sich ein
Wasserschwein


Trifft ein
Klein
säugetier
beim spazier
ren gehen
im Wald
aus Versehen
auf ein Ozelot
ist es mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit
bald
tot


Ich schnitze
mit meinem
geistigen Messer
Fabeln & Witze
aus meinen kranken
Gedanken
& ritze
sie dann in Stein
um derein-
st ein
Klassiker zu sein
Soll mich der Teufel holen
Es ist die richtige Zeit
für Überheblichkeit
Täglich schärfe ich die Klinge
& vollbringe
meine Kapriolen
& werde besser
& besser



Ein Kolibri
war froh wie nie
Er flog
wie
eine Libelle
auf der Stelle
sog
Nektar aus Blüten
schlug schnelle
mit den Schwingen
konnte es sogar bringen
ohne Scherz
rückwärts
zu fliegen
ohne sich zu verbiegen


Meerechsen
sehen aus
wie klischeehafte Hexen
Oh Graus
Dabei sind sie viel besser
als Menschen & Raubtiere
bei denen ich die Hoffnung auf Frieden
verliere
Diese Urviecher sind Pflanzenfresser
& entschieden
für den Frieden
ohne sich mit irgendwem anzulegen





Dezember zweitausend&drei&zwanzig

Es ist kalt
Ich bin von Decken umgeben
In mir erschallt
die vergangene Zeit
Mein Leben
ist bereit
auf meine Fragen
Antworten zu geben
doch diese vertragen
sich weder mit dem Geist
der Zeit
noch mit der Vergangenheit
das heißt
der Mensch muss sich überwinden
& selbstständig Antworten finden


Ich glaube nicht
dass man sehen können muss
um Menschen freundlich
anzusehen

Ich glaube nicht
dass man eine Hand braucht
um Hand in Hand zu gehen
oder die Hand zu reichen

Ich glaube nicht
dass man laufen können muss
um gemeinsam zu gehen

Ich glaube nicht
dass man intelligent sein muss
um weise oder herzlich zu sein

Ich glaube nicht
dass man hören können muss
um Bitten zu erhören

Ich glaube nicht
dass ich glauben muss
um frohe Botschaften verschenken
oder erhalten zu können



Ich sitze
& ritze
mit dem Stift
Worte auf das Papier
Auch diese hier
Die Mitgift
für die Hochzeit
mit der Unsterblichkeit


Gereimte Scheiße
oder eben nicht
egal, denn
Ich heiße
Gedicht
wenn Worte
beglücken
bedrücken
entrücken
verzücken
bestücken
Alle Orte
& Zeiten
schaffen Möglichkeiten
sich auszudrücken



Einen langen & einen kurzen Text
habe ich schon geschrieben
doch es ist wie verhext
ich bin wie getrieben
Zufriedenheit
macht sich nicht in mir breit



Die Kohl
Meise
fühlt sich wohl
mit ihrer Meisenspeise

Die Schwanz
Meise
begibt sich in vollem Glanz
auf ihre Meisenreise

Die Blau
Meise
bestimmt genau
die Meisenknödelpreise

Die Hauben
Meise
will nicht glauben
denn sie ist Meisenweise

Die Specht
Meise
klopft nicht schlecht
eine Meisenschneise


Die Grün
Finken
sind sehr kühn
beim Finkentrinken

Die Distel
Finken
schreiben eine Epistel
Zum auf die Knie sinken

Die Berg
Finken
& ihr Werk
Friedliches Winken

Die Buch
Finken
& ihr Versuch
in sich selbst zu versinken



Die entspannten
galanten
& toleranten
Elefanten
sind unsere nähesten Verwandten
Von wegen
da spricht Alles dagegen
Mit Haaren auf & Blut an den Zähnen
ähneln wir eher den Hyänen



November zweitausend&drei&zwanzig

Darf es auch mal zynisch
satirisch & lustig sein?
Nein!
Nur konservativ & der Lage angemessen
fressen, saufen, verdrängen, vergessen
Das sind die Mittel zum Zweck
Denn mit Mäusen fängt man Speck



Es scheint
dass da ein Kleinkind weint
während es im Meer versinkt
Ach so nur ein Migrant
Wenn es nicht ertrinkt
wird es halt verbrannt 


Ich habe keine Worte
nur Wörter
um mein Entsetzen
& meine Hilflosigkeit
über Terror & Terror
& Unterdrückung & Gewalt
& menschliches Leid
zum Ausdruck zu bringen


Es fasst mich mehr an
als ich verdrängen kann
ich bin
obwohl nicht direkt betroffen
extrem betroffen
Da ist kein Wünschen & Hoffen
nur noch Entsetzen
über die Grausamkeit
Menschen & deren Rechte zerfetzen
Alle Menschlichkeit
ist gestorben
Die Götter werden weiter umworben
& als Rechtfertigung verwendet
Erst wenn die Rache endet
& der Hass sich wendet
in Mitgefühl & Verständnis
kann es gutes Leben
& Frieden geben
bis
dahin
oder bis zur direkten Betroffenheit
Sinn
suchen in
privater Herzlichkeit



Als introvertierter Mensch
mit einer extrovertierten Sexualität
leben zu müssen
ist ein Dilemma
welches
weil unauflösbar
Schuld & Versagen
zu Lebensthemen macht




Aus der Götterperspektive
sind die Menschenrechte
schiefe
& schlechte
Karmawellen
weil sie Gott in Frage stellen
Doch wir brauchen keinen Götterthron
& keinen Göttertanz
Wir müssen uns wandeln
komme was wolle
Wir brauchen Impulskontrolle
Mitgefühl & Frustrationstoleranz
kritische Selbstreflexion
& altruistisches Handeln


Seit Jahrzehnten erfolglos
Der Krieg gegen die Drogen
Der Krieg gegen den Terror
Der Krieg gegen Diktatoren
Der Krieg gegen Systeme
Immer ist Alles schlimmer
als es vorher war
für die Menschen
& doch wird am Krieg
als Mittel zur Befreiung
& Befriedung
festgehalten


Ich betrinke mich
für dich
abgefuckte Welt
um dir & meinen
Gefühlen & Gedanken
aus dem Weg zu gehen
Mir gefällt
das Scheinen
das Schwanken
& wehen
in meinem Gehirn
Ich habe die Stirn
mich im Angesicht
der Katastrophen
zu besaufen
ich will mich
nicht zusammenraufen
singe lieber
die Strophen
der Internationale


Die Wolken hängen schief
der Weltsegen hängt schief
die Menschheit ist in Not
& Gott ist tot
oder der Tod
in Person
Jedes Gottesgebot
ist ein Hohn
ein Widerspruch
mit beißendem Geruch
eine Provokation
& Kapitulation
vor der Dummheit
Wird Gottes Wort erhört
wird die Menschlichkeit
zerstört




Diederich
Dichter meldet sich
zu Wort
u.s.w.u.s.f
doch der will nur spielen
& mit all den vielen
Worten auf Zetteln
um Anerkennung betteln


Ein toller
Tag
der mir gefällt
Während draußen Regen fällt
voller
Wind weht
& die Zeit langsam vergeht
frag
ich
mich
wieso
bin ich
nicht froh


Mir fallen
die Augen zu
kann nur noch lallen
schlafe in höllischer Ruh


Was ich schon immer wollte
Mein Name sollte
bekannt sein
Viele sollten meine Texte lesen
& an ihnen genesen
Dazu täglich etwas Brandwein
& ich möchte so bekannt wie Kandt  sein
& so erfolgreich wie Ranntstein
ohne deren banalen
& fatalen
Sexismus
Ich will Worte im Überfluss
ohne zu überfluten
oder peinlich zu tuten


Ich blick
mit Geschick
auf die Politik
& knick
vor soviel Machtgebaren
& den Scharen
von Rechthabern
die immer von Notwendigkeiten
labern
ohne ihren Horizont zu weiten
ein
Das scheint ein bequemes
Nebenprodukt des Wirtschaftssystemes
zu sein




Oktober zweitausend&drei&zwanzig


Der Kibitz
erzählt einen schwachen
Witz
Keiner kann darüber lachen
Vogel bleib bei deinem Singen
& schreib mit deinem Klingen
lieber die Geschichte
der Natur
& mit deinen Schwingen
Gedichte
in Feld & Flur



Völlig überladen
& doch stimmig & reduziert
Mein Gemüt nimmt keinen Schaden
wenn es Neues kreiert


Beim Anblick
jeder Einzelheit
jedes Detail ein Kick
gegen den Geist der Zeit

Dieser ist ein Rechtsdenker
& hat Angst vor Individualität
sucht nach dem starken Lenker
der Hass & elitäres Denken säht

Bei mir aber ist Vielfalt
individuell ausgedrückt
Ich lebe in einem bunten Wald
der mich beglückt




Schon wieder ein
unbenanntes Flugobjekt
welches an meinem Rotwein
lecket
sich dann darin versteckt
& dadurch verreckt
Ich tränke meinen Wein
lieber allein



Kein Regenschauer
was ich bedaure
denn ich
wollte mich
eigentlich
im Regen
draußen bewegen
Also bleibe ich trocken
hier hocken
anstatt mich auch ohne Regen
nach draußen zu bewegen
Ich bin schon
irgendwie ein Clown



Wenn ich schreibe
eine Wohnung muss ein Kunstwerk sein
um wirklich & wirksam darin wohnen zu können
dann kann diese Aussage zurecht
als populistisch & idealistisch
bezeichnet werden
Schreibe ich aber
Meine Wohnung muss ein Kunstwerk sein
damit ich darin wirklich & wirksam leben kann
ist dies die Veröffentlichung
meiner Überzeugungen
& Leidenschaften
Ein Buchstabe verändert vieles
Wir sollten so oft wie möglich
genau überlegen was wir schreiben
& sagen



Ich muss mich nicht freuen
um glücklich zu sein
selbst das Bereuen
lädt zum glücklich sein ein
Glück ist ein Moment
des bewussten Erlebens
Wer die eigene Wahrnehmung kennt
lebt nicht vergebens



Natürlich kann ich
versuchen
meinem Schatten hinterher zu laufen
um ihn zu erreichen
doch werde ich mich
bald verfluchen
mich aus Frust besaufen
& das Ziel aus dem Leben streichen
Ich kann aber auch
auf die Sonne zugehen
um direkt unter ihr zu stehen
dann würden wir zur Einheit
Alles was ich brauch
ist der Mut zur Möglichkeit



Jeder Mensch sollte regelmäßig die Möglichkeit haben
von sich selbst & die eigene Geschichte erzählen zu können
Jeder Mensch sollte regelmäßig die Möglichkeit haben
die eigene Geschichte erzählt zu bekommen
Der Mensch sollte Wissen um die eigene Herkunft haben
sowohl geografisch, als auch familiär & kulturell
egal wohin der Weg führte & welche Entwicklungen gemacht wurden
Nicht aus Nostalgie oder Verpflichtung
sondern mit Demut & um Verständnis zu entwickeln
für alle Menschen auf dem Weg



Ich bin abgrundtief traurig &
ich bin himmelhoch glücklich
dieser Widerspruch aus meinem Mund
ist die Wirklichkeit für mich
Trauer & Glück schließen
sich nicht aus
bedingen sich sogar & fließen
ineinander, werden zur Einheit
so wie ein Haus
Gefängnis sein kann & Sicherheit
So sind Trauer & Glück
Freunde & Möglichkeiten
das Leben Stück für Stück
selbstbestimmt zu bestreiten



Wir Menschen wehren uns gegen
alles Radikale
das ist das Fatale
Dabei sind sie Geschenk & Segen



Anfang Oktober
& hier fliegen
Fledermäuse her
anstatt im Bett zu liegen


Auf diesen kleinen Platz
schreibe ich nur einen kleinen Satz
denn es ist zu wenig Platz
für einen großen Satz



Ich habe Wein
& Geld
& doch bin ich allein
in dieser Welt



September zweitausend&drei&zwanzig


Ich las gerade einen
Text über den Tod
Nicht über meinen
aber es bereitet auch Not
nur theoretisch
betroffen zu sein
Ich bin nicht mehr ganz frisch
& der Tod ist ein
konsequenter Geselle
hat er einmal sein Wort gegeben
steht man schnell an der Schwelle
zwischen Tod & Leben
Es ist wahrscheinlich am besten
dem Tod mehr Aufmerksamkeit zu schenken
ihn einzuladen auf Festen
& so von der Arbeit abzulenken



Altruistisches Handeln
- Spontanität – Disziplien
- Methodenwissen - Mut

Mitgefühl
- Empathie –  Zusammenhänge erfassen
– Intuition - Achtung/Respekt

Kritische Selbstreflexion
- Ehrlichkeit – Objektivität
- Perspektivwechsel - Demut

Frustrationstolleranz
- Selbstvertrauen – positives Denken
- Kooperation - Leidenschaft

Impulskontrolle
- Gelassenheit – Herzlichkeit -
- Problemlösungsstategien - Struktur



Es ist wirklich schwierig
aus der Einsamkeit
eines reizarmen Lebens
& eines immer gleichen Alltags heraus
etwas lesenswertes zu schreiben
Also gilt es
Kleinigkeiten
genauer zu betrachten
in den Begrenztheiten
die Weiten
zu beachten
Jedes Staubkorn enthält
die ganze Welt
Einsamkeit
ist die Nahrung der Zeit
Stille
ist göttlicher Wille
Jedes Nichts
ist der Anfang eines Gedichts



Die Krankheit
scheint hoch ansteckend zu sein
Viele Männer haben rechts
aber auch Frauen haben rechts
selbst ehem. Linke haben rechts
& ganze Gruppen haben rechts
Es scheinen immer mehr
Menschen zu werden die rechts haben
Eine Pandemie die Gedanken
& Gefühle angreift & manipuliert
hin zu Narzismus
& Hass auf alles was anders ist
als das eigene Selbstverständnis
Nationalismus
& Spass am Ausgrenzen
& Verachten
Rechts haben
dieses giftige Gewächs
hat Konjunktur
ist im Grunde aber nur
ein unfassbar aufgeblasener
Minderwertigkeitskomplex



Verschont mich mit einem Gedicht
über den Mond
ob neu, ob voll
ob halb, ob glänzend oder schlicht
so toll
ist der auch wieder nicht



Endlich hat Gott
Rudi Carrell
erhört
Könnte der das
noch erleben
Welche Freude
über einen
richtigen Sommer



Die Blätter
der Bäume
werden braun
Nicht wegen der Kälte
es ist ja August
Es liegt an der
chronischen Trockenheit
seit viel zu langer Zeit
viel zu wenig Regen
Es ist doch so
die Scheiße kommt doch sowieso
Also bin ich lieber froh
in jeder guten Situation
Kleinigkeiten reichen schon
zum glücklich sein
Ich fühle mich ein
in die liebevolle Welt
die meine Liebe voll enthält
Mag die Scheiße explodieren
Ich lasse mich nicht korrumpieren



Klar
Männer können peinlich sein
& die Wahrscheinlichkeit
peinlichen Agierens wächst
mit zunehmendem Alter
Ja klar
alte Männer können peinlich sein
Das es aber so schlimm
kommen würde
hätte ich nicht gedacht



In Zeitlupe fliegt
der Mond hinter der Baumkrone hervor
Gott schießt ein Tor
& siegt
in der Nachspielzeit
gegen die Menschheit



Die Christen
Verlieren an Zuspruch
Die Nationalisten
gewinnen Wählerstimmen
Das hat einen komischen Geruch
Wenn die einen Scheiterhaufen noch
& die anderen wieder glimmen
Wir müssen uns zusammen raufen
gegen jeden Machtmissbrauch
& jeden Scheiterhaufenrauch



Ich könnte die Nacht
durchmachen
& ein Feuer entfachen
Ich habe den Verdacht
dass dann die Anzahl
der Texte stiege
Vielleicht auch die Qualität
Ich hätte die Wahl
Aber zu spät
längst habe ich entschieden
mich in die Wiege
zu legen & den Frieden
der Nacht
zu inhalieren
mag ich auch Texte dabei verlieren



Wir saßen
an einem kleinen Fluss
& aßen
mit Genuss
eine Kleinigkeit
Wir hatten Ruhe & Zeit
dem Rauschen
zu zuhören
uns auszutauschen
& uns ewige Liebe zu schwören



Die Dämmerung dimmt
langsam das Licht herunter
Die Abendstimmung stimmt
mit der meinen überein
Ich bin nicht mehr wirklich munter
& trage meine
Gebeine
gleich ins Bett hinein




Es ist nicht leicht
ein alter weißer Mann zu sein
Eins von den Dreien reicht
völlig als Bürde
Ohne Probleme
weil privilegiert
bequeme
ich mich zu Positionen
bei denen keiner verliert
Aber im Grunde
reiße ich Wunde um Wunde
egal ob ich etwas tue
oder nur ruhe
die männliche weiße
alte Vergangenheit
ist & bleibt Scheiße
dominiert aber die Zeit
Ein Leben in Wohlstand
mit sexueller Lust
& Macht





August zweitausend&drei&zwanzig

Eigentlich
müsste ich
abtippen
Aber allein
der Imperativ
in meinem Denken
beweißt
hier läuft etwas
grundlegend schief
Den Wein
kippen
mir Freiheit schenken
mich dazu bequemen
diese Pflichten
zu vernichten
Auf das
ich dann
die Geister die ich rief
wieder los werden kann


Ich
bin
für mich
ein Gewinn
auch
wenn ich
keine Gewinne
brauch
Im Sinne
von Profit
Mich zieht
es mehr
zu Erkenntnissen
bin eher
beflissen
beschäftigt damit
mich auszudrücken



Was soll ich sagen?
Vertragsbruch!
Das ist sehr zu beklagen
hat verderbten Geruch
Wer sich so verhält
hat gelogen
Dem wird das Geld
entzogen
Der verliert alle Rechte
muss vor den Richter gehen
nur das Wahre & Echte
darf überstehen
Was soll ich sagen?
Ich habe den Vertrag mit mir gebrochen
So lautet die Anklage
Am Wein gerochen
& dann trank
er ein Glas Wein
Gott sei Dank
Ich muss nicht
immer
selbstdiszipliniert sein
Fast Nichts ist schlimmer
als chronisches Selbstgericht



Gott
nach so vielen Jahren Menschheitsgeschichte
wäre es doch langsam Zeit abzudanken
Du hast nichts mehr zu bieten
außer den immer selben Scheiß
Du hast versagt auf ganzer Linie
Die Menschen folgen Dir & verfolgen
egozentrische & tödliche Ziele
& Du lässt Dir den Arsch pudern
oder Zucker in den Selben blasen
Es ist wirklich widerlich
wie wenig Du Dich für ohnmächtige
& hilflose Menschen interessierst
& wie gern Du bereit bist
jede Diktatur
die Dich anbetet
heilig zu sprechen
Es ist zum erbrechen
wie sehr Du Dich über Menschlichkeit
& Nächstenliebe lustig machst



Müssten wir nicht
unseren moralischen
Verhaltensnormen gehorchend
alle Kriege die es in der Welt gibt
genau so behandeln & verurteilen
wie den Krieg in der Ukraine?
Ihn Ablehnen & bekämpfen
die Menschen unterstützen
& aufnehmen
Aber es gibt eben böse & gute
Kriege & Frieden
heißt eben Krieg
an Orten die uns nicht tangieren
Wir echauffieren
uns nur dann über
einen Krieg
wenn er unseren Sieg
in Frage stellt
& das was uns gefällt
bekämpft



Noch ein
Wort
Wofür?
Die Pflicht
ist es nicht
Es ist die Kür
die jeden Ort
in die Freiheit führt
Ich bin gerührt
Aber
bei all dem Gelaber
nicht vergessen
Auch die Kür
wird gemessen
durch Kampfrichter
Also weder das Eine
noch das Andere
Keine Pflicht
keine Kür
Ich meine
was ich sage & schreibe
wohin ich gerade wandere



Warum zu Hölle
freue ich mich über den Anblick
der Bachstelze da drüben?
Was geht mich der beschissene Vogel an?
Bin ich ein gottverdammtes
sentimentales Arschloch
oder was?
Ein Vogel – nichts weiter
Aber mich stimmt er heiter
Als gäbe es etwas zu lachen
Mir war
als begrüßte mich das blöde Vieh
sogar
Nach den Wintermonaten
ohne Bachstelzen & co
macht eure Anwesenheit
& euer Gesang mich irgendwie
froh
Zum Teufel mit dem coolen
Abspulen



Es gibt
so viele Aufgaben
doch meine Seele liebt
es sich zu laben
am Nichts tun
& ausruhen
All die Sachen
müssen noch warten
Ich will jetzt nichts machen
vielleicht einen Blick in den Garten
Einen Tee trinken
Außerirdischen winken
& mir mit dem Schreiben
die Zeit vertreiben



Liest
das wer?
Es fließt
halt so sehr
dass ich den Fluss
festhalten muss!
Wo liegt
der Sinn?
Es fließt
schön dahin
& dieses Streben
erzählt vom Leben!
Muss
das sein?
Ein Kuss
ist nur fein
ohne zu müssen
nur dann ist es küssen!




Ich las gerade einen
Text über den Tod
Nicht über meinen
aber es bereitet auch Not
nur theoretisch
betroffen zu sein
Ich bin nicht mehr ganz frisch
& der Tod ist ein
konsequenter Geselle
hat er einmal sein Wort gegeben
steht man schnell an der Schwelle
zwischen Tod & Leben
Es ist wahrscheinlich am besten
dem Tod mehr Aufmerksamkeit zu schenken
ihn einzuladen auf Festen
& so von der Arbeit abzulenken




Altruistisches Handeln
- Spontanität – Disziplin
- Methodenwissen - Mut
Mitgefühl
- Empathie –  Zusammenhänge erfassen
– Intuition - Achtung/Respekt
Kritische Selbstreflexion
- Ehrlichkeit – Objektivität
- Perspektivwechsel - Demut
Frustrationstolleranz
- Selbstvertrauen – positives Denken
- Kooperation - Leidenschaft
Impulskontrolle
- Gelassenheit – Herzlichkeit -
- Problemlösungsstategien - Struktur




Es ist wirklich schwierig
aus der Einsamkeit
eines reizarmen Lebens
& aus einem immer gleichen Alltag heraus
etwas lesenswertes zu schreiben
Also gilt es
Kleinigkeiten
genauer zu betrachten
in den Begrenztheiten
die Weiten
zu beachten
Jedes Staubkorn enthält
die ganze Welt
Einsamkeit
ist die Nahrung der Zeit
Stille
ist göttlicher Wille
Jedes Nichts
ist der Anfang eines Gedichts



Die Krankheit
scheint hoch ansteckend zu sein
Viele Männer haben rechts
aber auch Frauen haben rechts
selbst ehem. Linke haben rechts
& ganze Gruppen haben rechts
Es scheinen immer mehr
Menschen zu werden die rechts haben
Eine Pandemie die Gedanken
& Gefühle angreift & manipuliert
hin zu Narzissmus
& Hass auf alles was anders ist
als das eigene Selbstverständnis
Nationalismus
& Spass am Ausgrenzen
& Verachten
Rechts haben
dieses giftige Gewächs
hat Konjunktur
ist im Grunde aber nur
ein unfassbar aufgeblasener
Minderwertigkeitskomplex



Verschont
mich mit einem Gedicht
über den Mond
ob neu, ob voll
ob halb, ob glänzend oder schlicht
so toll
ist der auch wieder nicht




Endlich hat Gott
Rudi Carrell
erhört
Könnte der das
noch erleben
Welche Freude
über einen
richtigen Sommer




Die Blätter
der Bäume
werden braun
Nicht wegen der Kälte
es ist ja August
Es liegt an der
chronischen Trockenheit
seit viel zu langer Zeit
viel zu wenig Regen




Es ist doch so
die Scheiße kommt doch sowieso
Also bin ich lieber froh
in jeder guten Situation
Kleinigkeiten reichen schon
zum glücklich sein
Ich fühle mich ein
in die liebevolle Welt
die meine Liebe voll enthält
Mag die Scheiße explodieren
Ich lasse mich nicht korrumpieren




Klar
Männer können peinlich sein
& die Wahrscheinlichkeit
peinlichen Agierens wächst
mit zunehmendem Alter
Ja klar
alte Männer können peinlich sein
Das es aber so schlimm
kommen würde
hätte ich nicht gedacht




Dieses sinnfreie
& hirnlose Geschwafel
unsäglich
unerträglich
Klugscheiße aus der Dose
als Torte gereicht
an einer goldenen Tafel
Keine Worte
nur Wörter ohne Zahl
Es schleicht sich diese Qual
in meine Gefühle
& ich kühle
immer mehr ab
bis ich nichts mehr
zu geben hab
Ruhe muss her
kein Wörterschwall
kein Wieder und Wiederhall
einer dummdreisten Strategie
Fick Dich ins Knie




Oh Gott
tut das gut
weg geschickt
& kalt gestellt
nur noch mein eigener Trott
Erlaubnis zur Wut
Die Zeit tickt
einzig für mich
Keine Sirene schellt
Ich Ich Ich
& nochmal
Ich
Egoismus
& Genuss
im Überfluss
& ohne Zahl
mir Affen Zucker geben
um sozial-emotional
& seelisch zu überleben




Was glaubt
ihr
eigentlich
Ich
bin nicht euer Mülleimer
ihr
raubt
meine
Lebenszeit
& seit
dabei undankbar
distanzlos
& eine
Gefahr
für den Seelenfrieden
meine Stresshormone sieden
Ihr latscht mir rücksichtslos
auf der Seele rum
dumm
& narzisstisch versaut
ihr
jede Harmonie
& traut
euch gierig zu ordern
& Alles zu fordern
ohne zu geben
verschwindet bloss
aus meinem Leben




Ihr Beiden
geht mir extrem
auf den Zeiger
Ich kann Euer Getue nicht leiden
Euer chronisches Wollen
ist mehr als unbequem
ist viel mehr Aggression
Ich kann Euch nur noch Grollen
Euer Gejammer
ist der Hohn
& ein Psychohammer
Betretet ihr den Raum
schlägt mein Geiger-
zähler aus
Man glaubt es kaum
ein Albtraum
im eigenen Haus
Das Spiel ist aus




Zwei Weinbergschnecken
blecken
die Zähne & schlagen
diese in ein Löwenzahnblatt
dann nagen
kauen
& verdauen
sie das Kraut
was irgendwie gut ausschaut
irgendwann sind sie satt
& gehen ins Haus



Die Mönchsgrasmücke
denkt sich
ach
ich beglücke
die Menschen & mach
ein Konzert
was in Körper, Geist & Seele fährt
Sie singt & singt & singt
in den tollsten
& wundervollsten
Tönen
da es wirklich
ausgezeichnet klingt
kann ihr Gesang
ohne Dogma & Zwang
friedlich
stimmen & versöhnen




Immerhin
ein Neubeginn
Auf einer neuen Seite
eine weite
Fläche mit Strichen
& jetzt mit Wörtern bestrichen
Nicht inhaltsschwer
eher
inhaltsleer
aber
immerhin
ein Neubeginn




Kurz vor Schluss
packt die Rohr
ammer
ihren Hammer
aus - ein Schuss
ein Tor
ein Sieg
flieg
Vogel flieg




Noch ein
Schluck
Wein
dann ruck-zuck
hinein
ins Land
ohne Verstand
& famos
bewusstlos
sein

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Nationen
Geldinstitute
Großindustrien
manipulieren under Gehirn
haben unsere Seelen gekapert&
& befehlen unseren Körpern
im Gleichschritt zu marschieren
Wir haben lediglich die Wahl
zwischen
Mitmachen & einigermaßen gut leben
&
Nicht mitmachen & ums überleben kämpfen


Alle Nase lang
fühl ich mich
oder bin ich
krank
Warum?
Es ist mein Talent
welches nichts anderes kennt
oder ich
bin einfach zu dumm
zum
gesund sein


Die brennende Hölle musiziert
ihre schrägen Klänge
Keiner verliert
Nirgendwo Zwänge

Gute Musik
hat Frieden zu geben
Keiner braucht Krieg
Alle wollen zufrieden leben

Jeder Sinn
nimmt wahr
was von Anbeginn
an sinnvoll war

Menschen sollten
sich selbst vertrauen
wenn sie wollten
könnten sie Frieden bauen


Was
das
war es schon?
Was
für ein Hohn!
Wir brauchen tagelange Regenzeit
& bekommen Feuchtigkeit


Gerne lebte
ich
Sexualität
mit Leichtigkeit
& Humor aus
Doch immer wenn ich
schwebte
war es schon zu spät
für eine gute Zeit
& ich
sah wie ein egoistischer Thor aus


Ich würde
mich aufs Ausschlafen freuen
würde ich es nicht morgen bereuen
denn die Bürde
respektieve Hypothek
wird mich frühzeitig wecken
& mir Nadeln in die Seele stecken
Ich reg
mich jetzt schon auf
Aber es ist der Lauf
der Zeit
weit & breit
kein
Ausgeschlafensein
ich muss mich disziplinieren
um nicht die Nerven zu verlieren
Irgendwann vielleicht
reicht
mein tägliches Intervenieren
um nicht mehr chronisch zu verlieren


Wahrscheinlich tritt
in nicht all zu ferner Zukunft
die Situation ein
dass ich froh wäre
schon vor einiger Zeit gestorben zu sein
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt
sich für den Tod zu entscheiden
wenn nicht klar ist
wann die Situation so schlecht sein wird
dass ich mir wünsche tot zu sein
Es ist schon etwas Besonderes
sich für den eigenen Tod zu entscheiden
erst recht wenn die Entscheidung
auf potentiellem Leid beruht
Der Tod ist irgendwie extrem radikal
Bisher wälte ich noch nicht den Tod
& hoffe schwer
dass ich es noch nicht so bald bereue


Ich war nicht einkaufen
Jetzt gibt es nichts mehr zu saufen
hier
nicht mal ein
einzelnes Bier
auch kein
Wein
stellt sich ein
das darf doch nicht sein
Wochenende
Zeitenwende
aber ohne alkoholisches Getränk
das gibt Gezänk
mit meiner Persönlichkeit
denn sie ist nicht bereit
abstinent zu sein
sieht aber ein
Es ist wie es ist
Verfluchter Mist


Es ist verstörend
& empörend
wie uns die Reichen
& Mächtigen
der Faulheit & Unwürdigkeit
verdächtigen
& uns altes Brot & Spiele
als Almosen & Ruhigsteller reichen
Sie sonnen sich im Glanz
ihrer eigenen Arroganz
Ihr dekadentes Leben
muss über allem Elend schweben
& sich über Gerechtigkeit
& Würde zu erheben
Denn würden sie sich hinterfragen
sie könnten sich selbst nicht ertragen
Doch es wird nicht hilfreich sein
verstört & oder empört zu sein
denn sind wir benommen
werden wir mehr Ungerechtigkeit bekommen
Sind wir aber im Widerstand
werden wir von ihnen verbannt
oder verbrannt
Wir bräuchte andere Handlungsweisen
um mit ihnen voller Vernunft
& Menschlichkeit
in die Zukunft
zu reisen
Aber Wie?
Ich weiß es schlicht
nicht
Ratloser war ich nie


Wenn Haubenmeisen
plötzlich Tauben verspeisen
dann
kann
es nicht mehr lange dauern
bis wir fast alles bedauern
was wir bisher taten
Kommt wir nehmen einen Spaten
& graben in der Erde
damit es unser Schlafplatz werde
dann
kann
kommen was wolle
wir haben eine tolle
Antwort
auf alle Fragen
Einen Ort
um lebe wohl zu sagen


Es geschieht was geschehen soll
na toll
Gott hat gesprochen
& unsere Aorta angestochen
Das Schicksal
hat keine Wahl
& schickt uns Qual
fatal, fatal
Es kommt wie es kommen muss
& dann ist schon bald Schluss
Der jüngste Tag steht uns bevor
Elfmeter oder Eigentor?
Was man nicht ändern kann
zieht irgendwie das Ende an
Wäre es zu verwegen
ein Veto einzulegen?
Das apokalyptische Denken
in Richtung Wohlstand lenken
Alle mit einbinden
Lösungen finden
Aber nein
In Gottes Plan greift man nicht ein

In Gottes Plan greift man nicht ein